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Volkswagen Passat III

Technische Daten 1990
Technische Daten 1994

Typ: 35i

Bauzeit: 1988 - 1996
Bestand: 147.000

Nachdem der Vorgänger 32B nur noch in Restbeständen vorhanden ist und immer mehr zum Liebhaberstück wird, hat seine Rolle auf dem Markt nun der 35i übernommen. Sie lautet: häufigster Kombi der Mittelklasse im Billig-Segment. Die ersten Exemplare werden nun auch schon 26 Jahre alt, insgesamt ist die Reihe derzeit (2014/15) für uns genau im richtigen Alter.

Optisch macht der neue Passat betont wenig her, besonders der Nachfolger hat in dieser Beziehung mehr zu bieten. Die Schnauze des 35i ist platzsparend verkürzt und abgesenkt, bei der Limousine wird das Ganze betont unharmonisch mit einem wuchtigen Stufenheck kombiniert. Für diese Art Groß-Vento konnte sich dann auch nur ein gutes Zehntel der Käufer begeistern. Der große Rest wählte den Kombi namens Variant, nicht mehr angeboten wurde die Version mit Schrägheck. Der Variant kann immerhin eine gefälligere Gestaltung vorweisen, auch er bleibt aber insgesamt nüchtern bis zur Selbstverleugnung. Grau war in den ersten Jahren eine sehr beliebte Farbe. Auch der besten Ausstattung spendierte VW nicht die kleinste Zierleiste, ebenso gehörten die schillernden Velourssitze des alten GL der Vergangenheit an. Bis zum Facelift Ende ’93 durfte der Passat nicht einmal einen Kühlergrill tragen, sondern musste einen Teil der benötigten Luft durch das VW-Emblem ansaugen.

Passat 1
Volkswagen AG
VW Passat Variant bis ´93

Die gedrungene Erscheinung des Passat dient natürlich einem Zweck: der Steigerung des Raumangebotes ohne wesentlichen Zuwachs an Gesamtlänge. Im 35i wurde daher der Motor quer eingebaut, dadurch konnte der Vorderwagen verkürzt und der Radstand vergrößert werden.

Das Resultat überzeugt über alle Maßen: Der Beinraum hinten ist riesig und es bedarf schon der verlängerten Oberklassewagen von BMW oder Mercedes, um hier noch etwas draufzulegen. Und was in diesen Kreisen als besonders fein gilt, hielt nun sogar in der Mittelklasse Einzug: Anfangs war bei den Limousinen in GL- und GT-Ausstattung die „multivariable Rücksitzbank“ eingebaut. Bei ihr lässt sich auf jeder Seite einzeln die Sitzfläche um acht Zentimeter nach vorne ziehen. Die Lehne bekommt dadurch eine flachere Neigung, ähnlich der Schlafstellung im Flugzeug. Die Möglichkeit zum Umklappen und Durchladen bestand dabei weiterhin. Leider hat VW dieses Feature schon nach wenigen Jahren zugunsten einer abschließbaren Sitzlehne verworfen.

Bequem sitzt man natürlich auch auf der normalen Rückbank. Und erst recht auf den Vordersitzen, die VW-typisch hoch ausgefallen sind. Weiterhin ist der Passat komfortabel abgestimmt und motorseitig recht leise.

Beim Fahrverhalten warten keine bösen Überraschungen. Allerdings kann es noch einige Modelle ohne Servolenkung geben, da sie in den ersten Jahren erst bei mehr als 90 PS serienmäßig war.

Das Facelift Ende ’93 brachte dem Passat wieder einen normalen Kühlergrill ein. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass nebenbei fast kein Außenblech gleich geblieben war. Die Seiten wurden geglättet und die Beleuchtung vorne und hinten komplett geändert. Hauptziel war neben der Verschönerung eine Versteifung und damit eine Erhöhung der Crash-Sicherheit. Die Innenausstattung blieb vom Design her unangetastet, die Kunststoffe erhielten aber griffsympathischere Oberflächen.

Die Ausstattungsstufen des Passat lauteten auf CL (Basis), GL (etwas luxuriöser) und GT (sportlich). Zum letztgenannten Paket gehörte zum Glück keine Tieferlegung, sodass der GT auch für Normalfahrer interessant sein kann. Seine wichtigste Errungenschaft sind die Sportsitze mit besonders gutem Seitenhalt.

Qualität

 TÜV
 Rostquote: 1,1%


Hinterachse

Bremsleitungen

Beginnen wir mit dem Rostschutz, der ist nämlich gut. Der Passat kann unbeschadet viele Jahre auf der Straße parken. Die ersten Jahrgänge kamen sogar auf eine hervorragende Quote von nur 0,4 %.

Insgesamt wurde die TÜV-Prüfung mit einer durchschnittlichen Anzahl von Mängeln absolviert. Besondere Stärken gab es dabei außer der Karosserie keine, häufig beanstandet wurden hingegen die Hinterachse und die Bremsleitungen.

In Sachen Zuverlässigkeit landete der Passat anfangs im Mittelfeld. Spätere Jahrgänge ließen etwas nach, der ADAC führte ihn dann auf den unteren Plätzen. 

Damit wären wir beim leidigen Thema der sonstigen Qualität angelangt. Der Passat wirkt zwar etwas solider als der Golf III, aber auch hier können penible Vorbesitzer ganze Ordner mit Reparaturrechnungen aus dem Regal ziehen. Große Sachen findet man seltener darunter, es dominieren viele ärgerliche Kleinigkeiten im zwei- und dreistelligen Preisbereich. Es bleibt für uns die Hoffnung, dass sich das normalisiert, wenn im Alter alles getauscht worden ist.

Eine wesentliche Verbesserung der Qualität war mit dem Facelift ’93 leider nicht verbunden. Sicher, die Karosserie sollte nun fester sein und zeigt das Bemühen um exakte Spaltmaße. Aber in Sachen Klappern und Defekten lässt sich kein Fortschritt ausmachen.

Erste Motorengeneration

Beim Passat ist die Limousine arg in der Minderheit, daher sind die technischen Daten hier ausnahmsweise für den Kombi angegeben. Die Limousine verbraucht bei Tempo 120 etwa 0,3 Liter weniger, falls man die Werte mit denen der Konkurrenz oder des Vorgängers vergleichen will.

Gegenüber dem alten Modell hat der Passat real mindestens drei Zentner an Gewicht zugelegt. Insgesamt fehlt den schwächeren Versionen damit die alte Spritzigkeit im unteren Geschwindigkeitsbereich. Auf der Autobahn hingegen sorgt die gute Aerodynamik und der Wegfall der Spargänge für einen gewissen Ausgleich, der Wagen wirkt hier relativ leichtfüßig.

Mit 72 PS erhält man schon ein für alle Zwecke ausreichendes Leistungsangebot. Der 1,8-Liter mit 90 PS vereinfacht das schnelle Reisen auf bergigen Autobahnen. Der Verbrauch dieser beiden Normalbenziner bleibt auch akzeptabel.

Die nächststärkere Alternative stellt der 1,8-Liter mit 107 PS dar, welcher unschwer als die GTI-Maschine aus dem Golf II zu erkennen ist. Sie ist höher verdichtet und bietet über weite Bereiche mehr Kraft als der normale 1,8-Liter. Dieser Bonus wird zwar durch die längere Übersetzung wieder geschluckt, durch diese Kombination entstand aber der Sparsamste der ersten Passat III.

Richtig schnell wird es erst mit dem Zweiliter und dessen 136 PS. Sein Nachteil ist der etwas hohe Verbrauch im Stadtverkehr, er kämpft anscheinend noch mit den für die Vierventiler der ersten Generation typischen hohen Reibungsverlusten. Ein Sportfahrwerk war mit dem Einbau dieses Motors nicht verbunden.

Das Topmodell war der Passat G60 mit dem Spirallader-Motor aus dem Corrado. Der leider serienmäßige Allradantrieb verhindert trotz 160 PS wirklich gute Fahrleistungen und sorgt obendrein für überhöhte Verbrauchswerte.

Zweite Motorengeneration

Generell sind diese Fahrzeuge kürzer übersetzt und damit lebhafter. Durch motorische Verbesserungen stellte sich trotzdem eine Verbrauchsreduktion ein. Die in den Tabellen erkennbare Gewichtszunahme fiel real deutlich geringer aus. Die neueren Angaben lagen Tests zufolge einfach näher an der Realität.

Passat 2
Volkswagen AG
VW Passat Limousine ab ´93

Die überarbeiteten Motoren hielten nach und nach schon ab 1990 Einzug in den Passat, also noch weit vor dem Facelift. Sie lassen sich anhand von Leistung und Hubraum von der ersten Generation unterscheiden, außer bei der häufigsten Version: Der neue 1,8-Liter hat weiterhin 90 PS und kam ab 8/91 (mit dem Debüt des Golf III) zum Einsatz. Im Zweifelsfall hilft bei der Identifizierung die Nenndrehzahl in den Papieren. Es lohnt sich auf jeden Fall, nach der neueren Version Ausschau zu halten, die nicht nur im Golf III, sondern auch im Passat voll überzeugt. Die Mischung aus Kraft, Sparsamkeit und Laufruhe ergibt einfach ein rundes Paket.

Der genaue Bestand der beiden Generationen ist dabei unbekannt, da sie beim KBA nicht getrennt ausgewiesen werden. Als Behelf wurde hier der Gesamtbestand grob nach der Häufigkeit in den Autobörsen (1:3) aufgeteilt.

Unterhalb der 90 PS-Version diente als Einstiegsmodell der 1,8-Liter im Normalbenzin-Trimm mit 75 PS. Weniger Leistung bei mehr Verbrauch konnte aber nicht viele Käufer überzeugen. Als Vorteil sollte die niedrig verdichtete Ausführung theoretisch eine noch etwas bessere Laufkultur als der stärkere Superbenziner aufweisen.

Ähnlich gut wie mit 90 PS fährt man mit 115 PS aus zwei Litern Hubraum. Im direkten Vergleich läuft diese Maschine etwas rauer und dafür etwas kräftiger. Richtig davonziehen kann der Zweiliter dem kleinen Bruder erst oberhalb von 160 km/h. Tests haben ein starkes Brummen ab 5500 U/min festgestellt. In die Verlegenheit solcher Drehzahlen kommt man jedoch fast nie, erst recht nicht im fünften Gang.

Die sportliche Variante des Zweiliters mit 150 PS erschließt einem dann den Bereich jenseits von 200 km/h. Im normalen Fahrbetrieb ergibt sich aber kein Vorsprung gegenüber der einfachen Maschine mit 115 PS, hier kann der 16V gerade einmal sein Mehrgewicht kompensieren.

Dieses Angebot fanden dann auch nur ganz wenige Kunden verlockend, zumal der Mehrpreis wieder einmal allzu selbstbewusst kalkuliert worden war. Mit zum Paket gehörte ein etwas härteres Fahrwerk mit Gasdruckdämpfern an der Hinterachse.

Bei einem richtig teuren Passat wollten die Käufer wohl wenigstens einen handfesten Gegenwert in Form von sechs Zylindern sehen. Der VR6 verkaufte sich jedenfalls deutlich besser.

Wenn man sich diese Maschine heute nach dem Motto „viel Spaß für wenig Geld“ gönnt, gibt es keine Einwände. Ansonsten macht aber der schwere Passat die Mittelmäßigkeit des VR6 erst so richtig deutlich. Bis in den mittleren Drehzahlbereich hinein bleibt die Durchzugskraft im Vergleich zum Hubraum schwach. Und obendrein verbraucht er für eine Neuentwicklung einfach zu viel Benzin.

Bessere Erfahrungen mit einem Sechszylinder im Audi 80/100 widersprechen dem Gesagten nicht: Der 2,8-Liter, dort mit ebenfalls 174 PS, ist einfach ein anderer Motor, er weist einen normalen V-Winkel von 90° auf.

Besser geht im Passat auch der auf 2,9 Liter vergrößerte VR6 nicht, da dieser nur für die Syncro-Modelle mit Allradantrieb vorgesehen war.

Ansonsten kam für die letzten Baumonate, analog zum Golf III, noch der neue, hoch drehende 1,6-Liter mit 100 PS hinzu.

Limousine oder Variant

Im Bestand liegt das Verhältnis heute bei 85:15 zugunsten des Variant. Wie selbstverständlich erscheint da für viele Käufer der Griff zur Kombi-Version, auch wenn der große Laderaum eigentlich fast nie benötigt wird.

Beim Passat-Kauf gegen den Strom zu schwimmen kann sich aber auszahlen: Die Limousine wird traditionell günstiger gehandelt als der Variant und ist obendrein dank der gesetzteren Vorbesitzerschaft oft noch in einem besserem Zustand.

Auch mit Stufenheck bietet der Passat einen hohen Nutzwert. Die Rückbank lässt sich auch hier umklappen, aber schon das normale Kofferraumvolumen sollte in den meisten Fällen ausreichen. Als wichtigster Pluspunkt auf langen Strecken entfällt gegenüber dem Variant die leidige Geräuschkulisse aus dem Laderaum.

Zuletzt sei noch ein Vorteil des enormen Knieraumes hinten erwähnt, der sich unabhängig von der Karosserieform bemerkbar macht: Die Vordersitze lassen sich in diesem Passat auch bei umgeklappter Rückbank bis ganz nach hinten schieben, es bleibt sogar noch ein kleines Stück frei. Beim Vorgänger hingegen (und bei vielen anderen Kombis) müssen große Fahrer in diesem Falle etwas nach vorne rücken und die Beine anwinkeln, und sitzen daher weniger bequem.

 

Datenblatt VW Passat Variant  1990
  1,6
1,8 1,8 2,0 16V
1,8 G60
Bestand- 1.700 19.000 2.000 970 350
Leergewicht kg 1135 1155 1180 1235 1345
Motor- R4 R4 R4 R4 R4
LeistungkW(PS) bei U/min 53(72)/5200 66(90)/5250 79(107)/5400 100(136)/5800 118(160)/5600
DrehmomentNm bei U/min 125/2750 142/3000 154/3800 180/4400 225/3600
Höchstgeschwindigkeitkm/h 161 172 184 (182) 199 (197) 210
Steigfähigkeit bei 100 km/h % 4,5 5,5 5,5 (5,5) 6,5 (6,5) 7,5
Geschw. bei 1000 U/minkm/h 34,8 34,8 37,3 (37,3) 37,3 (36,5) 36,0
VerbrauchLiter/100 km          
bei 90 km/h 6,0 6,4 5,9 (6,7) 6,7 (7,3) 7,1
bei 120 km/h 8,0 8,3 7,7 (8,4) 8,5 (9,0) 9,7
Stadtverkehr 10,2 11,2 10,7 (11,0) 12,5 (12,5) 13,5
Haftpflicht/TeilkaskoKlasse 15 / 13 15 / 13 16 / 14 15 / 17 15 / 21
Maßemm, Liter 4570 x 1705 x 1450, 465/1500 • Limousine 4575, 495
   

 

Datenblatt VW Passat Variant  1994
  1,8 N
1,8 2,0 2,0 16V
2,8 VR6
Bestand- 7.600 59.000 31.000 930 3.700
Leergewicht kg 1240 1245 1260 1345 1400
Motor- R4 R4 R4 R4 VR6
LeistungkW(PS) bei U/min 55(75)/5000 66(90)/5500 85(115)/5400 110(150)/6000 128(174)/5800
DrehmomentNm bei U/min 140/2500 145/2500 166/3200 180/4800 235/4200
Höchstgeschwindigkeitkm/h 164 173 (170) 190 (187) 207 218 (212)
Steigfähigkeit bei 100 km/h % 5,5 6,0 (6,0) 6,5 (6,5) 6,5 7,5 (7,0)
Geschw. bei 1000 U/minkm/h 33,1 33,1 (32,9) 35,0 (35,0) 34,8 37,7 (39,7)
VerbrauchLiter/100 km          
bei 90 km/h 6,2 6,0 (6,8) 6,3 (6,8) 6,5 7,6 (8,2)
bei 120 km/h 8,0 7,7 (8,5) 8,0 (8,6) 8,2 9,3 (9,9)
Stadtverkehr 10,8 10,4 (11,1) 11,0 (11,9) 11,4 12,9 (14,4)
Haftpflicht/TeilkaskoKlasse 15 / 13 15 / 13 16 / 14 15 / 17 15 / 21
Maßemm, Liter 4595 x 1720 x 1445, 465/1500 • Limousine 4605, 495
   

Aktualisiert: 16. Dezember 2014